Wie viel teurer Trinkwasser geworden ist

Wie viel teurer Trinkwasser geworden ist

Wasser ist bekanntlich lebensnotwendig. Schließlich sollte jeder von uns pro Tag mindestens zwei Liter Flüssigkeit zu sich nehmen. Bei Mahlzeiten geschieht das selbstverständlich, da meistens ein Glas Wasser oder ein anderes Getränk neben dem Teller steht. Darüber hinaus sollte man aber auch mehrmals am Tag zu einem Getränk greifen – etwa bei der Arbeit, wenn man es sich vor dem Fernseher gemütlich macht oder sein Glück an einem Spielautomaten im Internet versucht. Wie gut, dass praktisch jeder Deutsche unbegrenzten Zugang zu trinkbarem Wasser hat. Für jeden Liter Leitungswasser, der aus dem Hahn läuft, muss ein bestimmter Preis an die jeweiligen Stadtwerke gezahlt werden. Kürzlich wurde allerdings bekannt, dass dieser Preis in den vergangenen Jahren stetig gestiegen ist.

Die Bundestagsfraktion der Grünen hat vor kurzem die Erhebungen des Statistischen Bundesamts analysiert, um herauszufinden, um wie viel teurer Trinkwasser in den letzten Jahren in Deutschland geworden ist. Verwendet wurden dafür die Werte aus den Jahren 2005 bis 2016. Dabei stellte sich heraus, dass in den zwölf untersuchten Jahren der Preis für einen Liter Wasser im Schnitt um 25 Prozent gestiegen ist. Für einen Haushalt mit zwei Bewohnern bedeutet dies eine Mehrbelastung von 50 Euro pro Jahr. Allein im Zeitraum zwischen 2014 und 2016 machte der Preis einen Sprung um rund 3,6 Prozent. Allerdings lässt sich nicht pauschal sagen, dass in ganz Deutschland das Trinkwasser teurer geworden ist. In vier Bundesländern, nämlich in Brandenburg, Sachsen, Thüringen und Berlin, ist der Preis seit 2005 sogar gefallen. In den anderen zwölf Ländern dagegen war ein Anstieg zu verzeichnen. Den größten Preissprung machte dabei Bayern, wo der Wasserpreis im analysierten Zeitraum um 58,5 Prozent gestiegen ist. Dahinter liegen das Saarland mit einem Anstieg von 47,6 und Schleswig-Holstein mit 42,4 Prozent.

Die Gründe für die Preiserhöhung

Dass Wasser in verschiedenen Regionen unterschiedlich teuer ist, hat laut des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft vielfältige Gründe. So sind die Bedingungen unterschiedlich, unter denen das Wasser gewonnen wird, außerdem sind die Leitungsnetze nicht überall gleich gut ausgebaut. Zudem hat jede Region verschiedene Umweltauflagen, die es bei der Aufbereitung des Wassers zu beachten gilt. Der Grund für die generelle Anhebung des Wasserpreises ist zudem bei der hohen Belastung des Grundwassers durch Nitrat zu suchen. Dieses wird in der Landwirtschaft zum Düngen verwendet und kann sich in Nitrit zersetzen, das krebserregend ist. Um die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte für Nitrit im Trinkwasser nicht zu überschreiten, muss das Wasser immer aufwendiger und teurer aufbereitet werden.

Aus der Leitung oder aus der Flasche?

Weil es immer wieder Schreckensmeldungen über Nitrit, Blei oder Legionellen im Trinkwasser gibt, tendieren viele Menschen dazu, sich vom Leitungswasser abzuwenden und stattdessen Wasser in der Flasche zu kaufen. So zeigen die Zahlen des Statistischen Bundesamtes, dass die Menge an verbrauchtem Leitungswasser in Deutschland seit 15 Jahren rückläufig ist. Allerdings gibt es keinen Grund, dem Wasser zu misstrauen, dass aus deutschen Wasserhähnen fließt. Die Aufbereitung geschieht mit einer vorbildlichen Sorgfalt, die unter anderem verhindert, dass zu viel Nitrit im Wasser vorhanden ist. So haben die Stiftung Warentest und das Umweltbundesamt in Untersuchungen festgestellt, dass der Grenzwert von 50 Milligramm Nitrit pro Liter Trinkwasser nicht überschritten wird. Dazu kommt, dass das Wasser bei der Aufbereitung von Bakterien und anderen Verunreinigungen befreit wird, bevor es von den Wasserversorgern ins Netz gespeist wird. Bedenklich kann lediglich der Zustand der Rohre sein, in denen das Wasser im Haus transportiert wird. Sind die sehr alt, dann kann es sein, dass sie Blei oder Legionellen an das Wasser abgeben. Wenn man sich Sorgen über den Zustand der Wasserrohre in seinem Haus macht, dann kann man sich entweder beim lokalen Gesundheitsamt oder im Internet das Material für einen Test besorgen. Grundsätzlich ist das Leitungswasser in Deutschland jedoch sauber und kann bedenkenlos getrunken werden. Was für Mineralwasser aus der Flasche spricht, sind die Mineralien, die es enthält. Allerdings benötigt der Mensch gar nicht so viel Magnesium, Kalzium, Natrium und Eisen, wie es in Mineralwasser vorhanden ist. Daher ist es nicht nötig, nur zum Wohle seiner Gesundheit Wasserflaschen zu kaufen.