Wenn Hitze gefährlich wird

Waldbrand

Selten war ein Sommer in Europa so heiß wie der diesjährige. In vielen Regionen wurden Hitzerekorde aufgestellt, in Schweden etwa war es in den letzten 262 Jahren nicht so warm wie diesen Sommer. Viele Menschen mussten sich die meiste Zeit des Tages in geschlossenen Räumen aufhalten und ihre Freizeit entsprechend planen. Zwar konnten sie die Hitze dafür nutzen, mal wieder ins Kino zu gehen, die Wohnung ausgiebig zu putzen oder ihr Glück an den Spielautomaten im Online Casino zu versuchen. Die Hitzewelle verursachte allerdings nicht nur eine Einschränkung, sondern in manchen Gegenden sogar eine Gefahr für Mensch und Natur.

Tödliche Hitze

Weit mehr als 30 Grad herrschten tagelang in Deutschland, in einigen Regionen der Erde wurde sogar dauerhaft die 40-Grad-Marke überschritten. Schuld an den tropischen Temperaturen, die selbst in Skandinavien herrschten, trägt laut einhelliger Meinung von Forschern der CO2-Ausstoß und der dadurch ausgelöste Klimawandel. Schon heute leiden vor allem ältere und kranke Menschen unter den extremen Temperaturen im Sommer. Wenn sich die Entwicklung fortsetzt, bringt dies einen großen Teil der Menschheit in Lebensgefahr.

Wissenschaftler der Universität Hawaii haben ermittelt, dass im Jahr 2100 etwa drei Viertel aller Erdenbürger in einem Klima leben, das ihre Gesundheit gefährden kann – vorausgesetzt, dass die weltweite CO2-Emission bis dahin nicht zurückgeht. Gelingt es der Menschheit allerdings, den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid drastisch zu verringern, würde das herrschende Klima immer noch die Hälfte aller Menschen gefährden. Einen dramatischen Vorgeschmack auf dieses Szenario lieferte bereits der Sommer 2003, in dem neue Hitzerekorde aufgestellt wurden und europaweit rund 70.000 Menschen starben.

rissiger Boden
Quelle: Pixabay

Waldbrände und Ernteausfälle

Große Hitze bedeutet aber nicht nur eine Gefahr für die Gesundheit der Menschen. Sie bringt auch andere Folgen, die sich indirekt auf uns auswirken. So steigt mit jedem Tag, der hohe Temperaturen und keinen Niederschlag mit sich bringt, die Wahrscheinlichkeit für einen Waldbrand. An der portugiesischen Algarve etwa mussten Anfang August mehrere Orte evakuiert werden, weil sich ein Flächenbrand rasant ausgebreitet hatte.

Erst der Einsatz von 1.000 Feuerwehrleuten in 300 Fahrzeugen und einem Flugzeug konnte das Feuer unter Kontrolle bringen. Mindestens 24 Menschen wurden durch den Waldbrand verletzt. Der Deutsche Feuerwehrverband rechnet ebenfalls damit, dass sich die Gefahr von Waldbränden in Deutschland in den nächsten Jahren erhöhen wird. Dafür sind einige Feuerwehren mit Außenlastbehältern ausgerüstet, die an Hubschraubern angebracht und mit Wasser aus Seen befüllt werden können. Besonders leidet aber die Landwirtschaft unter der Hitzewelle. Nicht nur gehen die Ernteerlöse wegen der anhaltend hohen Temperaturen im Sommer rapide zurück.

Auch gibt es weniger Futter für Nutztiere. Das macht den Bauern zusätzlich finanziell zu schaffen, da sie die benötigten Futtermittel kaufen müssen. In einigen Betrieben in Deutschland musste das Vieh notgeschlachtet werden, weil kein Geld für das Futter von Kühen und Schweinen vorhanden war. In manchen Ländern Europas hat das Klima sogar zu nationalen Problemen geführt. So hat die lettische Regierung im Juni den Katastrophenzustand für Bauern ausgerufen, weil diese ihre Bankkredite nicht mehr abzahlen konnten. Die Maßnahme stellte sicher, dass die Landwirte vor Zwangsvollstreckungen durch die Banken geschützt sind. Und die Regierung Schwedens hat ein mehr als 100 Millionen Euro schweres Hilfspaket abgesegnet, um den Bauern finanziell unter die Arme zu greifen. Setzt sich der Klimawandel wie erwartet fort, werden Szenarien wie diese bald zur Normalität.