Soziale Medien und Reality-TV sorgen für negatives Körpergefühl

Frau im Spiegel

Soziale Medien spielen für viele Menschen eine wichtige Rolle. Auf Plattformen wie Facebook, Twitter und Instagram treten sie mit Freunden und Bekanntschaften in Kontakt und tauschen sich über verschiedene Themen aus. Außerdem halten sie sich über das Leben von Prominenten und sogenannten Influencern auf dem Laufenden.

Diverse Studien haben allerdings festgestellt, dass soziale Medien einen bedenklichen Einfluss darauf haben, wie die Nutzer ihren Körper wahrnehmen. Eine ähnliche Wirkung übt auch das Reality-TV aus, das immer mehr Jugendliche dazu bringt, sich einer Schönheitsoperation zu unterziehen. Solche Eingriffe kosten nicht nur so viel Geld, dass man dafür mehrere Male am Spielautomaten im Online Casino gewinnen müsste. Sie können auch eine gesundheitliche Gefährdung für die jungen Menschen mit sich bringen.

Jeder Mensch ist schön

In den Medien herrschen klare Schönheitsideale vor. Demnach müssten alle Menschen schlank sein sowie glatte Haut und volles, glänzendes Haar haben. Denn sowohl im Fernsehen als auch in den sozialen Medien gibt es überwiegend junge Menschen zu sehen, die dieser Beschreibung entsprechen. Dieser große Anteil an gut aussehenden Personen kollidiert jedoch mit der Realität, in der längst nicht jeder dem postulierten Schönheitsideal entspricht. Stattdessen hat so gut wie jeder seine kleinen Makel – was auch gut ist. Denn jeder Mensch ist einzigartig in seinem Aussehen.

Allerdings lassen sich vor allem junge Menschen von dem leiten, was sie in den sozialen Medien sehen. Fitness-Models und andere Influencer zeigen dort ihre durchtrainierten Körper und transportieren damit – ob gewollt oder ungewollt – ein falsches Bild von alltäglicher Schönheit. Die britische Psychologin Susie Orbach hat in einer Studie herausgefunden, dass nur vier Prozent aller Frauen der Meinung sind, hübsch zu sein. Das ist ein äußerst bedenklicher Wert, der eindeutig auf die sozialen Medien zurückzuführen ist.

Bilderflut in sozialen Medien
Quelle: Pixabay

GNTM schadet dem Körpergefühl

Als im Jahr 2006 die erste Staffel von „Germany’s Next Topmodel“ in Deutschland lief, kam es bereits zu zahlreichen Protesten gegen die Casting-Show. Diese verstärkten sich im Laufe der Zeit immer mehr. Die Sendung würde junge Frauen als Objekte darstellen, lautete ein Vorwurf. Ein weiterer beschäftigte sich damit, welches Schönheitsideal an die ebenso jungen Zuschauerinnen übermittelt wird.

So fand im Jahr 2015 eine Studie statt, an der 1.462 Jugendliche zwischen sechs und 19 Jahren teilnahmen. Von jedem wurde der Body Mass Index ermittelt, außerdem wurden sie befragt, ob sie sich für dick hielten und ob sie „Germany’s Next Topmodel“ schauen. Zunächst zeigte sich, dass 78 Prozent der Jugendlichen normalgewichtig waren. Über die Hälfte der weiblichen Teilnehmer an der Studie gab an, sich zumindest manchmal zu dick zu finden – selbst wenn sie laut BMI als untergewichtig galten. Interessanterweise war ein deutlicher Zusammenhang zwischen dem Gefühl, zu dick zu sein, und dem Konsum von GNTM zu erkennen.

Von den Studienteilnehmern, die die Sendung nie sehen, fühlten sich 41 Prozent zu dick, während es bei den Zuschauern 64 Prozent waren. Das verzerrte Schönheitsideal in Fernsehen und sozialen Medien führt dazu, dass sich immer mehr Jugendliche für Schönheitseingriffe interessieren. In den USA lassen sich sogar 14-Jährige das Nervengift Botox spritzen, das der Reduzierung von Falten dienen soll. Dort sorgen allerdings Sendungen wie „Extreme Makeover“ oder „I Want A Famous Face“ für ein verzerrtes Körpergefühl und ein gesteigertes Interesse an Schönheits-OPs. In den genannten Shows werden Menschen operiert, die ihr Aussehen verändern wollen.