Die bunte, verwirrende Welt des Pachinko

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Obwohl Glücksspiel in Japan derzeit illegal ist, gibt es doch einige Ausnahmen. Kasinos könnten schon bald legal werden, da die Gesetzesentwürfe gerade im Parlament überprüft werden. Eine der größten Industrien in Japan ist allerdings Pachinko. Es handelt sich ebenso um Glücksspiel, ist aber im ganzen Land vertreten. Das Nachrichtenteam von Lucky Nugget hat einen Blick in die verrauchten, neonbeleuchteten Pachinko-Spielhallen geworfen, um zu sehen, welche Ähnlichkeit die Spiele mit traditionelleren Spielautomaten haben.

Pachinko spielen

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Pachinko ist ein Spiel, das ausschließlich auf Glück basiert und nicht auf Strategie. Es fällt nicht unter das Glücksspielgesetz, weil man genau genommen beim Spielen kein Geld gewinnt.

Die Spieler leihen sich ein paar kleine Stahlkugeln von der Spielhalle aus und legen los. Die Automaten sehen ein wenig aus wie Flipperspiele, haben jedoch nicht den gleichen Mechanismus. Stattdessen hüpfen die Kugeln zwischen Messingpins umher und fallen entweder in einen Siegerkorb oder ein leeres Loch im Boden. Ziel ist, so viele Körbe wie möglich zu treffen, wodurch man noch mehr Kugeln erhält.

Modernere Automaten verfügen auch über einen Spielautomaten mit drei Walzen in der Mitte, wo man bei drei gleichen Symbolen Preise gewinnen kann. Jede Kugel, die durch das mittlere Tor am Boden fällt, löst eine Drehung der Walzen aus – manchmal kann es sich also lohnen, eine Kugel zu verlieren.

Genauso wie Spielautomaten immer ein bestimmtes Thema haben, verfügen auch Pachinko-Automaten über eine bestimmte Grafik und Ästhetik. Oftmals geht es um erfolgreiche Trickfilmserien oder Videospiele, die die Automaten noch beliebter machen. Einige Beispiele sind Tengen Toppa Gurren Lagann, die Kultserie Neon Genesis Evangelion und Lupin the Third (was im Westen durch Hayao Miyazakis Film The Castle of Cagliostro bekannt wurde).

Spielen um Preise

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Wenn Sie beim Pachinkno gewinnen, erhalten Sie als Preise mehr Kugeln. Die Anzahl der Kugeln ist abhängig vom Einsatz, der Wettmethode und dem Jackpot. Je größer der Gewinn ist, desto mehr Kugeln erhält man. Man kann die Kugeln direkt einsetzen, um weiterzuspielen oder sich den Gewinn auszahlen lassen. Die Mitarbeiter nehmen die Kugeln mit zum automatischen Schalter, und man kann sich für unterschiedliche Preise entscheiden.

So weit, so unschuldig – viele Spielhallen bieten jedoch “besondere Preise” an, oftmals in Form von kleinen Stücken Gold oder Silber. Die Spieler können ihre Kugeln gegen diese kleinen Gegenstände austauschen und sie dann an einem anderen Ort gegen Bargeld eintauschen. Auch diese Einrichtung wird in der Regel von der Spielhalle betrieben. Der dem Gold oder Silber entsprechende Preis wird dort bar ausgezahlt. (Wenn Sie als Kind jemals Pokémon gespielt haben, erkennen Sie dies vielleicht wieder: Die Spielecke und die Preisauszahlung befinden sich immer in separaten, nebeneinander gelegenen Gebäuden.)

Man kann auch andere Preise wie Einkaufsgutscheine gewinnen, aber diese werden normalerweise nur von Spielern in Anspruch genommen, die übrig gebliebene Gewinne haben, die zu klein für einen Geldpreis sind.

Pachinko umgeht das aktuelle Glücksspielgesetz in Japan, da es sich um zwei unterschiedliche Einrichtungen handelt. Das Spiel ist in dieser Art legal, weil der Preis nicht in der Spielhalle ausgezahlt wird, in der er gewonnen wurde.

Kasinos in Japan können bald wahrscheinlich Preise in den gleichen Räumlichkeiten auszahlen, daher wird es interessant zu sehen, auf welche Art die neuen Gesetze genutzt werden und wie sich dies auf Pachinko auswirkt. Wahrscheinlich hat es aber zunächst einmal gar keine Auswirkungen, weil das aktuelle System bereits seit Jahrzehnten existiert und gut zu funktionieren scheint.

Wenn Sie also jemals nach Japan reisen sollten, lohnt sich ein Besuch in einer Spielhalle, die Pachinko anbietet. Hier erleben Sie einen kleinen Teil der japanischen Kultur. Bis die ersten richtigen Kasinos eröffnet werden, sind diese Einrichtungen die einzige Möglichkeit, Glücksspiel außer Sportwetten zu betreiben. Es ist also keine Überraschung, dass die Spielhallen immer voll sind – Spieler müssen schließlich spielen!