Biometrie: Die Zukunft der Online-Sicherheit für Spieler?

Biometric fingerprint scanning unlocks a new world

Gegenwärtig beruht die Spielersicherheit in fast allen Onlinecasinos hauptsächlich auf 128-Bit-SSL-Datenverschlüsselungstechnologie. Dies könnte sich jedoch ändern, wenn biometrische Authentifizierung weiter in den Vordergrund rückt.

Biometrie bezeichnet im Grunde die Messung menschlicher Körpereigenschaften sowie die zahlreichen Berechnungen anhand der erhobenen Daten. Ihre bekannteste Anwendung findet sie wohl beim Zugang zu bestimmten Orten und Räumen sowie zur Identifizierung von Personen. Sie wird zudem bereits zur Authentifizierung von Benutzern von Computern und mobilen Geräten sowie von Mitarbeitern in Banken, Flughäfen und anderen Orten verwendet, an denen hohe Sicherheit von größter Bedeutung ist. Biometrie könnte eine zusätzliche Sicherheitsebene für Spieler bedeuten, die in führenden Onlinecasinos Automaten- und Tischspiele um echtes Geld spielen.

Eine kurze Geschichte

Eines der frühesten Beispiele für die Verwendung biometrischer Daten zur Identifizierung von Personen hat seinen Anfang im Jahr 1891. Der Argentinier Juan Vucetich begann damit, Fingerabdrücke von Kriminellen zu sammeln, damit sie später zur Identifizierung von Straftätern sowie von Personen verwendet werden konnten, die zuvor wegen krimineller Handlungen festgenommen worden waren.

Etwa zur gleichen Zeit entwickelte Francis Galton seine Theorie der Fingerabdruck-Physiognomie, die die Grundlage für die Anwendung mathematischer Modelle von Fingerabdrücken und anderer physikalischer Merkmale zu Identifikationszwecken bildete. Das Gebiet wurde von Alphonse Bertillon weiterentwickelt, der ebenfalls an einem System zur Identifizierung von Kriminellen auf biometrischer Basis arbeitete.

Laut Autorin Kelly A. Gates war der Angriff auf die Twin Towers des World Trade Centers am 11. September 2001 ein Wendepunkt was die Authentifizierung anhand biometrischer Daten angeht. Vor dem Angriff wurde von der Methode selten Gebrauch gemacht. Kurz darauf wurde sie jedoch zum Teil der Sicherheitsmaßnahmen in den USA und anderen Ländern.

Seitdem ist der biometrische Ansatz so verbreitet, dass er als optionales Sicherheitsmerkmal auf den meisten Computern sowie auf vielen Smartphones und Tablets zur Verfügung steht. Während bei den High-Tech-Biometrie-Systemen von Flughäfen und Banken Retina-Scans zum Einsatz kommen, werden auf Computern und mobilen Geräten Gesichts- oder Spracherkennung sowie Fingerabdrücke zur Authentifizierung von Benutzern verwendet.

Wie Biometrie funktioniert

Die Biometrie hat sich seit Vucetichs Fingerabdrucksammlung deutlich weiterentwickelt. Das Gebiet umfasst nicht nur körperliche, sondern auch Verhaltensmerkmale.

Neben Fingerabdrücken und der Gesichtserkennung zählen zu den weiteren körperlichen Merkmale, die häufig biometrisch gemessen werden, Handabdrücke und Venen, die Handform, DNA, Geruch sowie Augenmerkmale wie die Netzhaut oder Iris.

Zu den Verhaltensmerkmalen, die oft Bestandteil biometrischer Messungen sind, gehören die Art und Weise, wie Menschen gehen, wie sie sprechen und in welchem Rhythmus sie tippen. Ob körperlich oder verhaltensbezogen, solche Eigenschaften sind nahezu, wenn nicht vollständig, unmöglich zu imitieren, was sie weitaus zuverlässiger macht als Sicherheitsmaßnahmen auf der Grundlage von Passwörtern, Codes oder Ausweisdokumenten. Neben der zusätzlichen Sicherheit auf Flughäfen und in Banken sowie auf Smartphones und Tablets kommen biometrische Sicherheitsmaßnahmen auch bei Autoschlössern, im Gesundheitswesen und im Onlinehandel zum Einsatz.

Biometrie und Onlinecasinos

Die Integration von biometrischer Authentifizierung in den Loginvorgang von Onlinecasinos oder Banking-Services könnte die Sicherheit der Spieler revolutionieren. Online- und Handy-Casinos haben tägliche Umsätze in Millionenhöhe und sind daher ein Hauptziel für Betrüger und andere Kriminelle.

Noch reicht die Datenverschlüsselung aus, um sie in Schach zu halten. Allerdings müssen Casinos Kriminellen immer ein paar Schritte voraus sein, um es ihnen unmöglich zu machen, den Spielern zu schaden. Biometrie könnte genau das sein, was hierzu benötigt wird.

So würde nicht nur sichergestellt, dass ausschließlich der Spieler, um dessen Account es sich handelt, sich einloggen kann, sondern auch, dass Geld nicht ohne sein Wissen auf sein Casinokonto gebucht oder davon abgehoben werden kann. Der Einsatz von Biometrie in Onlinecasinos könnte zudem die Auszahlungsdauer beschleunigen.

Einer der Hauptgründe, warum die Verarbeitung von Auszahlungen aus dem Onlinecasino fünf bis sieben Werktage in Anspruch nehmen kann, ist, dass die Casinos die Konten der Spieler überprüfen müssen. Die derzeitigen Verfahren dafür sind zeitaufwendig und können für die Spieler entsprechend frustrierend sein.

Der Einsatz von Biometrie zur Verifizierung von Spielerkonten könnte den Vorgang um einen wesentlichen Schritt verkürzen oder diesen zumindest erleichtern, was letztlich dazu führen würde, dass Spieler viel schneller ihre Auszahlungen erhalten. Der Einsatz von Biometrie könnte zudem ein mildernder Faktor was den unnachgiebigen Ansatz zahlreicher Regierungen im Umgang mit Onlinecasinos angeht sein, da hier als ein Grund häufig ein Mangel an Sicherheit für die Spieler angegeben wird.

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